
image: David Kessler
Züge sind irgendwie etwas Faszinierendes. Technisch, kalt, klobig und trotzdem umgeben von einem Hauch Romantik. Gut, wahrscheinlich betrachtet das doch nicht gleich jeder auf diese Weise, aber ich für meinen Teil finde es immer noch imposant wie sie über das Nervensystem einer jeden Metropole kreuz und quer, mal ober-, mal unterirdisch dahin wuseln.
Vielleicht ebenso fasziniert jedoch aus einem völlig eigenen Blickwinkel betrachtet »Shadow World« seit gut einem Jahr das mit den Zügen und der Romantik. David Kessler dokumentiert hier das Leben der Menschen im Norden Philadelphias, einem Leben direkt unter den Gleisen der Stadtbahn. Zeit ist an diesem Ort kein vom Stand der Sonne, sondern einzig ein durch das Rumpeln der Züge bestimmter Faktor. In mittlerweile 25 Episoden werden illustre, bedauernswerte, stolze, zerstörte, charismatische sowie lebensfrohe Menschen vorgestellt – und das ist es auch schon was »Shadow World« ausmacht. Niemand wird be- oder verurteilt. Stattdessen zeigt David Kessler einfach liebevoll auf, welche Menschen in dieser trostlos scheinenden Gegend leben und wie diese ihren Alltag meistern; jeder Charakter auf seine ureigene Art und doch alle mit dem gleichen prägenden Rumpeln der Züge im Ohr.







